Sturmschäden am Auto: Wer zahlt?

Sturmtief Friederike hat zahlreiche Schäden hinterlassen. Auch viele Autos wurden beschädigt. Doch zahlt in diesen Fällen automatisch die Versicherung? Der ADAC Nordrhein klärt auf:

Schäden durch herabstürzende Bäume
Stürzt ein Baum, Ast oder andere Gegenstände bei einem Sturm auf die Straße, werden die Schäden durch die Teilkaskoversicherung abgedeckt. Dafür muss aber nachweislich eine Windstärke von mindestens 8 vorgelegen haben. Je nach Vertrag bleibt beim betroffenen Autofahrer dann nur der Selbstbehalt hängen. Eine Rückstufung des Schadensfreiheitsrabattes findet nicht statt.

Kollision mit Bäumen
Kollidiert ein Autofahrer bedingt durch einen Sturm mit einem umgestürzten Baum, Ast oder einen anderen Gegenstand, springt die Vollkaskoversicherung ein. Auch hier kann die Selbstbeteiligung gegebenenfalls für Kosten beim Autofahrer sorgen. Und: Der Schadensfreiheitsrabatt wird zurückgestuft.

Herabfallende Dachziegel sorgen für Ärger
Fällt ein Dachziegel auf ein Auto ist der Fall meist schwieriger, denn dann muss der Schadensersatz vom Hauseigentümer verlangt werden. Doch der muss nur haften, wenn er die sogenannte Verkehrssicherungspflicht verletzt hat, also sein Dach nicht regelmäßig kontrolliert hat. Kann er nicht belegen, dass das Dach in einem ordnungsgemäßen Zustand war, haben betroffene Autofahrer gute Chancen. Anders sieht es bei herabstürzenden Blumentöpfen und anderen Gegenständen von Balkonen und Dachterrassen aus. Hier kann der Hausbesitzer oder Mieter in der Regel in die Haftung genommen werden. Wenn eine private Haftpflichtversicherung besteht, können hier Ansprüche angemeldet werden. Ähnlich sieht es bei umfallenden Mülltonnen aus, die Fahrzeuge beschädigt haben. Wurden diese nicht ordnungsgemäß gesichert oder unverzüglich nach der Leerung aus dem Verkehrsraum entfernt, haftet der Hauseigentümer beziehungsweise dessen Haftpflichtversicherung.

Verkehrsschilder müssen sicher stehen
Auch umfallende, temporäre Verkehrsschilder haben vielfach für Schäden an Autos gesorgt. Schadensersatzansprüche können in diesen Fällen beim Aufsteller der Schilder geltend gemacht werden. Der Aufsteller muss sicher stellen, dass die Verkehrsschilder auch bei Sturm sicher stehen. Dies kann zum Beispiel durch eine größere Standfläche oder eine größere Beschwerung bei drohendem Sturm erfolgen. Auch Gerüstbauer müssen bei Sturm dafür sorgen, dass sie alle möglichen Maßnahmen ergriffen haben, um die Gefahr eines Einsturzes zu beseitigen. Kann ein Nachweis nicht erbracht werden, kommt im Regelfall die Versicherung des Gerüstbauers für Schäden auf.

Die erfolgreiche Durchsetzung eines Schadenersatzanspruchs gegen den Verursacher setzt aber immer voraus, dass ein Verschulden nachgewiesen werden kann warnt der ADAC. Kann man dies nicht, hilft die Teilkaskoversicherung weiter. Diese kommt für alle Schäden durch herumfliegende Gegenstände auf, wenn mindestens Windstärke 8 vorlag. Der Schaden muss innerhalb einer Woche bei der Versicherung gemeldet werden.

Quelle: ADAC Nordrhein, Bild: ADAC Presse
 
Am Abend
mit Laura Potting
Nachricht schreiben
Wetter
5°C / 10°C
Aachen
Verkehr
A1
Kölner Ring: Dortmund - Köln