JVA Aachen

Kritik an Aachener JVA-Beamten

In dem Prozess um die beiden Aachener JVA-Ausbrecher Heckhoff und Michalski hat die Polizei heute die Beamten der JVA kritisiert. Denn nach dem Ausbruch der beiden Schwerverbrecher seien die Bediensteten bei den Ermittlungen keine Hilfe gewesen. Die Polizeibeamten beschrieben die JVA- Beamten als inkompetent, kopflos und nicht mitteilungsfreudig. Kurzum: Sie seien verstockt gewesen. Im Nachhinein könne man auch zu dem Schluss kommen, dass sie nicht informieren wollten, so ein Polizist. Ein anderer Polizeibeamter bestätigte, dass extrem viel Zeit verging, bis die JVA Alarm schlug. Demnach wurde die Polizei erst 15 Minuten nach dem Ausbruch informiert, also gegen 20:20 Uhr. Ein Vollzugsbeamte hatten die Flucht der Schwerverbrecher aber schon um kurz nach 20 Uhr bemerkt. Und trotz Bilder der Überwachungskamera dauerte es weitere zwei Stunden bis die Flüchtlinge identifiziert werden konnten. Heckhoff und Michalski waren im November letzten Jahres mit Hilfe eines Vollzugsbeamten aus der JVA Aachen ausgebrochen. Auf ihrer tagelangen Flucht nahmen sie insgesamt sieben Geiseln.

Michalski und Heckhoff wird der Prozess gemacht

Rund ein halbes Jahr nach der mehrtägigen Flucht von Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski wird den beiden Schwerverbrechern ab heute am Aachener Landgericht der Prozess gemacht. Gemeinsam mit einem Bediensteten der JVA Aachen müssen sie sich wegen Erpressung, Menschenraubs und Geiselnahme verantworten. Sie waren Ende November 2009 aus dem Gefängnis geflohen und konnten erst nach sechs Tagen gestellt werden. Sie waren von Aachen aus zunächst mit einem Taxi nach Köln gefahren, hier überwältigten sie laut Anklage eine 19jährige und ließen sich von ihr ins Ruhrgebiet bringen. Tags darauf drangen sie in das Haus eines Unternehmerehepaares ein. Hier sollen sie geschlafen, gegessen und geduscht haben. Später flüchteten sie laut Ermittlungen mit dem BMW der Familie. Am nächsten Tag wurde Michael Heckhoff von der Polizei in Mülheim gefasst, sein Komplize Michalski wurde am sechsten Tag der Flucht auf einem Fahrrad in Schermbeck am Niederrhein überwältigt. Für den Prozess sind 17 Verhandlungstage angesetzt.

Mutmaßlicher Vergewaltiger leugnet Vorwürfe

Im Prozess um eine Vergewaltigung in der Aachener JVA hat der Angeklagte die Vorwürfe geleugnet. Der 51-jährige soll sich vor drei Jahren während der Untersuchungshaft an einem Zellengenossen vergangen haben. Wegen Vergewaltigung und sexuellen Übergriffen auf junge Frauen am Aachener Veltmannplatz sitzt der Angeklagte bereits seit 2007 im Gefängnis. Schon in Untersuchungshaft soll er seinen Zellengenossen sexuell missbraucht haben. Außerdem hatte er ihm mit weiteren sexuellen Handlungen gedroht, falls er sich jemandem anvertrauen würde. Das Opfer ließ sich nicht einschüchtern und offenbarte sich jemandem, so konnte die Tat aufgedeckt werden. Dem mutmaßlichen Täter droht nun bei einer erneuten Verurteilung Sicherungsverwahrung. Der Prozess wird kommenden Mittwoch fortgesetzt

Aachener Gefängnisausbruch ging offenbar vom Wärter aus

Beim Aachener Gefängnisausbruch im vergangenen November soll der Wärter eine größere Rolle gespielt haben, als bisher angenommen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Focus. Demnach ist die Initiative für die Flucht maßgeblich von dem 40-jährigen JVA Bediensteten ausgegangen. Er soll die beiden Schwerverbrecher für seine Zwecke ausgewählt haben. Als Gegenleistung wollte er mit 200.000 Euro an der Beute von geplanten Banküberfällen beteiligt werden. Der Justizbeamte soll über Monate ein Vertrauensverhältnis zu den gefangenen aufgebaut haben. Deshalb spendierte er ihnen zum Bespiel in ihrem Hafträumen Bier. Mit einer SMS hat er, laut dem Medienbericht, den bevorstehenden Fluchtbeginn angekündigt.

Aachener JVA ist wieder Thema im Landtag

Der Aachener Gefängnisausbruch wird heute wieder Thema im NRW Rechtsausschuss. Dort soll sich Justizministerin Müller Piepenkötter erneut zu dem Vorfall äußern.
Bei der Opposition steht die Ministerin weiter in der Kritik. Im Landtag äußerten Grüne und SPD zuletzt mehrere Vorwürfe: So sei der Gefängniswärter, der den beiden Schwerverbrechern zu Flucht verholfen hatte, nicht rechtzeitig festgenommen worden - die Gefängnispforten seien nicht ausreichend bewacht gewesen. Und wie es mit dem mutmaßlichen Fluchthelfer weiter geht, ist auch noch nicht klar. Anklage wurde bisher nicht erhoben. Müller-Piepenkötter hat zumindest angekündigt, dass JVA Mitarbeiter künftig stärker kontrolliert werden sollen.

Müller Piepenkötter zieht erste Konsequenzen

Justizministerin Roswitha Müller Piepenkötter schließt personelle Konsequenzen in der JVA Aachen nicht aus. Eine Pannenserie sehe sie zwar nicht, dennoch warte sie ab zu welchen Ergebnissen das Ermittlungsverfahren komme, so Piepenkötter in der rheinischen Post. Außerdem schloss sie erstmals nicht mehr aus auch die Vollzugsbeamten in NRW stärker zu kontrollieren. Leibesvisitationen lehnt sie dennoch ab. In der JVA Aachen steht ein Wärter unter Verdacht eine Waffe in die Haftanstalt geschmuggelt zu haben. Mit der brachen die Schwerverbrecher Michalski und Heckhoff aus

Heckhoff und Michalski erhielten vor ihrer Flucht Haftlockerung

Vor ihrem Ausbruch aus der JVA Aachen haben die beiden Schwerverbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski «Haftlockerung» erhalten. Im Herbst seien sie in einen speziellen Haftbereich verlegt worden, in dem sich die Gefangenen tagsüber frei bewegen können. Das teilte heute das NRW-Justizministerium mit und bestätigte damit einen Bericht der «Rheinischen Post». Michalski habe 2007 unter Verdacht gestanden, einen Ausbruch zu planen. Nach verstärkten Kontrollen habe sich dieser Verdacht nicht erhärtet. Deswegen sei er in den anderen Haftbereich verlegt worden, sagte eine Ministeriums-Sprecherin.

Aachener JVA-Beamter soll vor Ausbruch Geld bekommen haben

Die Staatsanwaltschaft Aachen hat schon vor dem Ausbruch der zwei Schwerverbrecher aus der Aachener JVA gegen einen Gefängnisbediensteten ermittelt. Verdeckte Ermittler haben einen Beamten beobachtet, wie er Geld von der Ehefrau eines Häftlings angenommen hat. Derzeit gebe es aber keine Anhaltspunkte für einen Zusammenhang mit dem Ausbruch von Heckhoff und Michalski so die Aachener Staatsanwaltschaft. Die beiden waren vor anderthalb Wochen aus dem Aachener Gefängnis geflohen. Nach einigen Tagen wurden sie gefasst. Ein 40-jähriger Justizvollzugsbeamter soll ihnen bei der Flucht geholfen haben – er sitzt in Untersuchungshaft.

Geiselgangster hatte vor Ausbruch Streit mit Anstaltsleitung

Im Fall der beiden Ausbrecher aus der JVA Aachen werden immer mehr Einzelheiten bekannt. So soll der Schwerverbrecher Heckhoff vor seinem Ausbruch Streit mit der Anstaltsleitung gehabt haben. Dabei ging es um die Zahl der Ausführungen. Begleitet von zwei Bewachern können Gefangene bei Ausführungen Angehörige besuchen. In der JVA Köln hatte Heckhoff drei Ausführungen pro Jahr, in Aachen nur eine – das wollte er nicht akzeptieren. Außerdem wurde bekannt, dass gegen den Aachener Gefängniswärter, der den beiden Schwerverbrechern bei ihrer Flucht geholfen haben soll, schon einmal ermittelt wurde. Nach der Flucht eines Gefangenen bei einem Außentermin im Jahr 2006 habe es Untersuchungen gegeben, bei denen man dem 40-jährigen aber nichts nachweisen konnte.

JVA Aachen Ausbrecher Michalski gefasst

Auch der noch letzte flüchtige Schwerverbrecher aus der JVA Aachen ist gefasst. Die Polizei nahm dem Mörder Peter Paul Michalski in Schermbeck im Kreis Wesel fest. Unterdessen hat sein bereits am Sonntag gefasste Komplize Michael Heckhof Angaben zu seiner Flucht gemacht. Im Gespräch mit der Bildzeitung sagte er, ein JVA Mitarbeiter habe den beiden eine Waffe verkauft. Außerdem habe er von einem Wärter den Gefängnisschlüssel bekommen und auf den Kopierer gelegt. Nach diesem Muster habe sein Komplize einen Schlüssel nachgemacht.

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