Im Prozess um den ehemaligen Chefarzt der Wegberger St. Antonius Klinik,Arnold Pier, hält die Verteidigung auch den neuen Gutachter für befangen. Sie wirft ihm vor, während des laufenden Verfahrens Zusammenhänge an die Öffentlichkeit gegeben zu haben - und zwar in einem Zeitungsinterview. Da hatte der Sachverständige nicht direkt Bezug auf den Fall genommen, das Verhalten des Chefarztes aber indirekt doch öffentlich bewertet. Dabei geht es um "Die Rote Drei". Pier soll die Zahl in die Akte einer Patientin eingetragen haben. Die Zahl steht dafür, dass keine lebenserhaltenden Maßnahmen mehr ergriffen werden. Generell sind solche Kennzeichnungen möglich in diesem speziellen Fall ist die rote drei jedoch stark umstritten. Vor allem auch, so der Gutachter, weil Pier die Entscheidung allein ohne die Meinung anderer Ärzte getroffen haben soll. Im Interview hat der 54-jährige erklärt, eine solche Entscheidung müsse seiner Meinung nach von mehreren Ärzten getroffen werden. Für Piers Anwälte der Beweis, dass der Mann befangen ist. Bis Anfang Juli hat die Gegenseite nun Zeit eine Stellungnahme zu den Vorwürfen anzugeben. Am 8. Juli wird der Prozess dann fortgesetzt. Dann entscheidet das Gericht, ob sie dem Antrag stattgibt.
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